Alt-Berich

Das alte Berich lag drei Kilometer vom Schloss Waldeck entfernt auf einer Anhöhe im Edertal. Berich war ehemals ein angesehenes und reiches Benediktiner-Nonnenkloster. Berich hatte bis 1895 157 Bewohner, 1905 nur noch 134.
Westlich von Berich im Mündungsberich der Werbe lagen die Bericher Hütte, die Bericher Mühle und eine Molkerei. Die Eisenerzhüttung wurde 1875 aufgegeben. In einem der Nebengebäude wurde eine beliebte Gastwirtschaft eingerichtet. Die Bericher Hütte befand sich an dem Ort, dan dem heute bei Wassertiefstand im See ein Modell der Talsperre zu sehen ist. Auch die Überreste der gesprengten Stollmühle versanken in den Fluten der Eder. Sie waren beim Bau der Sperrmauer schon in einem derart schlechten Zustand, dass sich der Besitzer über den Verkaufspreis von damals 70.000 Mark sehr gefreut hat.

In der Nähe lag der Hopfenberg, dessen Kuppe gelegentlich bei Niedrigwasser zu sehen ist. Vor 1757 stand in der Nähe der Stollmühle ein Eisenhammer. Das Wasser wurde durch einen Graben ab Vornhagen um den Hopfenberg herangeführt. Überbleibsel eines Wehres und eines Kanals existieren noch. Zwei zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte Bergleute legten 1756 letzte Hand an den 75 Meter langen und drei Meter hohen Feststollen, der das Wasser zum Hammerwerk leitete. Der Betrieb ging später ein, der Stollen wurde gesprengt.
Als der Stollen endlich fertig war, wurde schon an der Stollenmühle gebaut. Wohnhaus und Mühle standen noch beim Bau der Sperrmauer. Ebenfalls zum Dorf Berich gehörte Vornhagen. Hier war einst eine Meierei.

 

Quelle: Waldeckische Landeszeitung, 2002, Armin Haß